Gordo Jazz (Natural Swing) – Orinicosistemas (Dezi-Belle)
Über Gordo Jazz (aka Hector Conde) kann ich nicht so viel sagen bzw. schreiben. Der Beatbastler stammt aus Mexico, ist ein Teil von Natural Swing und derzeit bei Dezi-Belle Records in Berlin stationiert. Bei Discogs ist er mit einem Eintrag vertreten, mit dem Vinyl, um dass es sich hier und heute dreht. Das war es dann auch schon. Sehr mysteriös das ganze und spannend und so.
Erschienen ist „Orinicosistemas“ (DB024) am 17.Mai 2017, streng limitiert auf 100 Kopien. Für gefühlte 10 Sekunden gab es auch eine auf 10 Kopien limitierte Version als 12″ clear Vinyl. Die habe ich natürlich voll verpasst. Und da ich jetzt hin und wieder in Kassetten mache, darf das natürlich nicht unerwähnt bleiben: „Orinicosistemas“ gibt es auch als Tape, hübsch in blau und limitiert auf 50 Einheiten. Da dürfte für jeden etwas dabei sein. BTW: schwarze Platten und blaue Kassetten sind bei Bandcamp noch zu haben.
Trackliste – Orinicosistemas
A1 – Sky Map
A2 – O r i n i c o s i s t e m a s
A3 – Waves
A4 – e s t r e l l a
A5 – Mneotecnia
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B1 – Sueñosimbiosis
B2 – One Shot
B3 – Check It
B4 – xilitla
B5 – Mentalidestemantra
B6 – Latidosis FX
Wertung
Meine Wertung: 6/10 für „Gordo Jazz – Orinicosistemas“. Das Album ist ok, mehr aber eben auch nicht. Die Songs plätschern so vor sich hin, klingen irgendwie alle ziemlich gleich. Manche Stellen klingen, als wenn mein Plattenspieler etwas leiert. Das soll bestimmt so, meins ist es nicht so ganz. Zum Entspannen auf der Kautsch ist das Vinyl ganz okayish. Mein Favorit wird es nicht werden, aber auf einer Verkaufsliste wird es auch nicht landen. Vielleicht muss ich es einfach nur etwas öfter anhören …
Eigentlich sollte es sich bei Vinyl 41 nur um die gute alte Schallplatte drehen. Da ich jetzt hin und wieder ein paar Kassetten im Briefkasten vorfinde, werde ich das ganze Thema ein kleines bisschen aufweichen. Auf einen weiteren Blog à la „Tape 41″ habe ich gerade keine Böcke. Und irgendwie passen Vinyl und Musikkassette ganz gut zusammen. Hauptsache analog!
Das Underground HipHop Label Postpartum, bei dem ich vor kurzem das hübsche 10“ Vinyl AK420 – Rua Augusta erstanden habe, hat mir (ohne irgendwelche Verpflichtungen in meine Richtung!) drei MCs zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Mit POSTPARTUM Vol. 2, Space Monkey und Tape24 kommt wieder eine Menge Instrumental HipHop und Boom Bap vom Feinsten ins Haus. Diesmal landen die Beats nicht auf dem lokalen Plattenteller, sondern im heimischen und frisch gereinigten Tapedeck.
01. Costa (Scratchs DJ Bust) – Space Monk (Intro) 04:14
02. Flev – To The Moon 02:56
03. Saligo – Night Feelings 02:10
04. GooMar – On My Own 02:17
05. Skull (Scratchs DJ Overflow) – Gargantua 03:32
06. Astronote – Deeper 02:56
07. Öster – Ether 03:05
08. Crown – Horror Space Maniacs 03:09
09. Skribe – Falling Moon 02:43
10. Metronom – Nebulosa 03:04
11. GrandHuit x Atamone – Apes 02:20
12. Slone – Turn Of Sphere 03:14
13. Téhu – Ungravity 04:10
14. James Cole Pablo – Space Cole 02:34
15. (MMA) – The Little Space Sunrise (Interlude) 01:23
16. SuperVillain – Outter Space Type Music 03:48
17. Le Seize – Spaceship 02:43
18. Spectateur – UFOs Over Dushanbe 03:28
19. Slivanoë – Kepler 03:22
20. Milka – Rhesus 03:40
21. Zoneraze – Richter 02:50
22. La Cantina – Le Temps Et L’espace 02:35
23. Itam – Love Is Gone 02:56
24. Eskondo – Too Late 03:30
25. SmokedBeat – Odyssey 02:36
26. Lil Fish – You 03:18
27. DJ Bust – Luna 24 02:52
28. Costa (Scratchs DJ Bust) – Escape (Outro) 02:52
MASTERING by Metronom (Kids Of Crackling)
COVERART by DR FANX:
JCARD-LAYOUT by Satu „Baboness“ Nerbel
ORIGINAL RELEASED (DIGITAL) by Monkey Marginal Art
Funky Waves – Tape24 (PPT-CC-05)
„Funky Waves presents the prequel to „12 Bit“.
Enjoy 60 minutes of pure boom bap beats straight outta Russia.“
#MCistmeinVinyl … Ganz so krass wie meine Frau würde ich da jetzt nicht rangehen, aber die Musikkassetten scheinen – ähnlich dem Vinyl – auch wieder Anlauf auf eine 2. Karriere zu nehmen. Gut so! Alle drei Kassetten von Postpartum haben mir riesigen Spass bereitet. Ich habe damit viele Produzenten und Beatbastler entdeckt, die es wahrscheinlich ohne diese Tapes nie auf meinen amateurhaften Radar geschafft hätten. Dafür sage ich noch mal ganz herzlich Danke und wünsche weiterhin viel Erfolg!
Ebbe Funk – Akkordarbeit (Tapeinvader / Dezi-Belle)
Gleich zum Anfang ein Geständnis: ich habe bis vor kurzem noch nie etwas von Junjo M gehört, geschweige denn von Ebbe Funk. Ich Amateur ich! Aber egal. Im April 2017 ist er mir dann doch endlich aufgefallen. Da erschien nämlich über Tapeinvader das Beattape „Ebbe Funk – Akkordarbeit“. Das habe ich dann einige Male über die Plattform Bandcamp gestreamt und für richtig gut befunden. Der Florian von Dezi-Belle fand das alles wohl auch nicht so schlecht und hat die Beats mal eben in Vinyl geschnitzt. Am 09.06.2017 wurde die Platte (DB025) veröffentlicht und am 10.06.2017 durch den Götterboten Hermes zugestellt. So muss das! Jetzt dreht sie hier fröhlich ihre Runden und klingt verdammt gut.
Meine Wertung: 9/10 für „Ebbe Funk – Akkordarbeit“. 16 Tracks mit ganz starken Instrumentals und passende Interludes hat der Beatbastler aus Kiel mit diesem Werk abgeliefert. Das komplette Arbeitsleben von A – Z ist auf diesem Vinyl mit jazzigem Boom Bap verpackt und super durchhörbar. Meine Favoriten sind „Vorstellungsgespräch/Probetag“ und das total glückliche „Zahltag“. Genau so muss es klingen, wenn das Gehalt endlich auf dem Konto angekommen ist. Alle Beteiligten haben einen richtig guten Job abgeliefert und Dezi-Belle entwickelt sich langsam aber sicher zu meiner Hauptquelle der Guten-Laune-Instrumental-Platten. Unbedingt weiter so … All hail the snail!
„Akkordarbeit is a beattape by Kiel-based producer Ebbe Funk (aka. Junjo M), containing 16 smooth and jazzy boom bap beats and interludes, guaranteed to make your head nod.“
Nils Wülker – On (Warner Music / White Vinyl Edition)
Nils Wülker – On. Genre Jazz. Genau das hat mir etwas Angst gemacht, als ich die Vorankündigung für dieses Album gelesen habe. Kurz mal via Spotify reingehört und für nicht so schlecht befunden. Dann kam auch noch der gute choto_s @ Instagram daher und beschrieb die Platte als „beautiful and melodic contemporary jazzalbum“. Das hat mich dann endgültig überzeugt. Nun dreht sich das hübsche weisse Vinyl auf dem heimischen Plattenteller, enttäuscht in keinster Weise und meine Angst vor dem Genre Jazz ist fast verschwunden.
Früher hieß es, man müsse Jazz kapieren, um Hip Hop zu verstehen. Nils Wülker, der Songwriter mit der Trompete, ist das beste Beispiel: er ist über einen Blue-Note-Sample von Herbie Hancock in US3s „Cantaloop (Flip Fantasia)“ zum Jazz gekommen. Mit „ON“ hat er jetzt, fast 25 Jahre später, eine Hybrid-Fantasie musikalischster Natur erschaffen: Großartige Songs, brachialer Funk, energiegeladene Improvisationen und elegante Electronic-Sounds, zwei Vocal-Stücke mit dem (halb)-amerikanischen Wiener Rob Summerfield und ein lässiges Feature von Marteria fusionieren hier zu einer überraschenden, gleichberechtigten Union von Jazz und Hip Hop.
A1 Trust
A2 Never After At All feat. Rob Summerfield
A3 Five Arches
A4 Pull Of The Unknown
A5 Circles
A6 Interlude
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B1 Grow feat. Rob Summerfield
B2 You Cannot Imagine
B3 Wanderlust
B4 Change feat. Marteria
B5 Headspin
B6 Conquering The Useless
Wertung
Meine Wertung: 8/10 für „Nils Wülker – On“. Den ersten richtigen Ausflug in die Welt des Jazz habe ich damit überstanden. Nils Wülker und seine Trompete(n) machen es einem aber auch sehr leicht. Alles klingt sehr melodisch und (wie die Kritik von laut.de es wahrscheinlich abfällig meint) nach „Kaffeestuben-Jazz“ mit einer gewissen Menge Hip Hop. Aber genau das gefällt mir wahrscheinlich so an der Platte aus weissem Vinyl. Als bekennender Instrumental Fan stören mich nicht mal die drei Tracks mit gesungenen und gerappten Features von Rob Summerfield und Marteria. Sie passen wunderbar dazu. Mich hat das von Ralf Christian Mayer, Nils Wülker und The Krauts produzierte Album sehr überrascht, positiv natürlich.
Jonwayne - Here You Go. Der mit „Rap Album One“ und „Rap Album Two“ gross durchgestartete und aus La Habra (California) stammende Rapper, hat mit „Here You Go“ zwischendurch mal eben seine Fähigkeiten als Produzent eingesetzt und ein instrumentales Doppel-Vinyl vom Allerfeinsten rausgehauen. Die Platten wurden über Street Corner Music (SCM109) und Authors Recording Co veröffentlicht, hergestellt und vertrieben von Fat Beats.
Now he puts the mic back down for „Here You Go“, a collection of 30 beats that will be available on 2LP via Street Corner Music, and Authors Recording Co, Jon’s new imprint. No tapes. No digital. Just vinyl. All heat.
A1 – Driveway
A2 – I Love The Game
A3 – Middle Man
A4 – Send Me Tonight
A5 – Can’t Be Trusted
A6 – Gold and Silver
A7 – Lil B Rap On This
A8 – She Don’t Need Him
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B1 – No More
B2 – Oh Love
B3 – Whole Life
B4 – You Use Me
B5 – Always
B6 – Take My Love
B7 – Strangers
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C1 – For Carmack
C2 – Trying Breath
C3 – From Brussels
C4 – 3 O’Clock
C5 – Rap On This Kanye
C6 – I Need You
C7 – And We Would Say
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D1 – Stalker
D2 – Polkish
D3 – Bond
D4 – Nightengale
D5 – Japanese Road
D6 – Tear Drops
D7 – Baad
Wertung
Meine Wertung: 10/10 für „Jonwayne - Here You Go“. Ich zitiere mich einfach mal selbst: „Kurios, großartig.“ Auch wenn das Doppel-Vinyl hin und wieder wie ein schlechtes Demo klingt, die beiden Platten bringen mir richtig viel Spaß. Ein vermeintlich schlechter Klang und abgehackte Enden treffen frontal auf super abwechslungsreiche Samples (aus Soul und Funk), satte Bässe und überragende Beats. Irgendwie muss das alles wohl so sein. Von vorn bis ganz nach hinten ein instrumentales Meisterwerk des leicht verschrobenen Beatbastlers und MCs aus Southern California. Meine favorisierten Tracks sind das basslastige und sehr verrückt klingende „Stalker“ und das soulige „Rap On This Kanye“.
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Direkt bei Fat Beats ist die Doppel-LP ausverkauft. Aber bei Juno und HHV sind noch Kopien erhältlich.